Samstag, 12.06.2021 20:10 Uhr

"RAW AIR" abgesagt !!!

Verantwortlicher Autor: Mariusz Mazurek Nordhorn , 12.02.2021, 17:06 Uhr
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Die Schanze in Oso
Die Schanze in Oso  Bild: Mariusz Mazurek

Nordhorn [ENA] Diese Nachricht trifft das Skispringen hart: Die mittlerweile etablierte „Raw Air“-Tour durch Norwegen wurde am Donnerstagabend abgesagt. Die Absage reißt eine große Lücke in den Kalender nach der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf.Das Szenario wurde in den vergangenen Tagen immer wahrscheinlicher.

Nun ist es Realität geworden: Die für den 12. bis 21. März geplante „Raw Air“-Tour durch Norwegen fällt aus. Der Internationale Skiverband (FIS) bestätigte die Absage bereits am Donnerstagabend. Grund dafür seien die neuen Reise- und Veranstaltungsbeschränkungen, die die norwegische Regierung verhängt hatte. Die Absage betrifft sämtliche Weltcups in allen FIS-Disziplinen, die bis Saisonende noch angesetzt waren.

Anfang Januar hatte der Veranstalter der Skifliegen in Vikersund bereits bekanntgegeben, keine Zuschauer zuzulassen. Nun findet das erst zweite Skiflug-Wochenende im Saisonverlauf gar nicht mehr statt. Vergangene Woche war bereits der für das kommende Wochenende neu angesetzte Damen-Weltcup in Lillehammer ersatzlos gestrichen worden. Das zusätzlich für Tschaikowski geplante Teamspringen bei den Damen wurde dagegen von der FIS bereits bestätigt, findet jedoch außerhalb der „Blue Bird“-Wertung statt.

Durch die Absage fallen bei den Herren vier Einzel- und zwei Teamspringen aus, bei den Damen sind es drei Einzel. Die Lücke im Wettkampfkalender ist unübersehbar: Die Herren haben mit dem Teamspringen am 6. März ihren letzten Wettkampf bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf, Stand jetzt ginge es dann erst am 25. März mit der Qualifikation im slowenischen Planica weiter . Die Damen hätten nach der WM-Großschanzen-Premiere am 3. März erst am 20. März mit dem „Blue Bird“-Auftakt in Nischni Tagil wieder ihren nächsten Einsatz.

Beim norwegischen Skiverband, der bis zuletzt auf die „Raw Air“-Tour gehofft hatte, ist die Enttäschung über die Absage groß, gestand Präsident Erik Roeste, wenngleich er betonte: „Wir haben großen Respekt für die Entscheidung der Regierung.“ Dennoch sei er sich sicher gewesen, „dass wir die Weltcups in einem sicheren und guten Rahmen hätten veranstalten können. Bislang fanden Wettkämpfe in 66 Orten in 13 Ländern statt und es hat funktioniert.“ Nun ist die 42. Weltcupsaison im Skispringen nach 1993/1994 erst die zweite, in der keine Springen in Norwegen stattgefunden haben.

Die norwegischen Grenzen waren vergangene Woche aufgrund der steigenden Fallzahlen und des häufigeren Auftretens der Coronavirus-Varianten aus Südafrika und Großbritannien geschlossen worden. Kulturminister Abid Raja, der sich jüngst öffentlich für die Weltcups starkgemacht hatte, betonte, dass die Entscheidung alternativlos gewesen sei. „Wir haben heute eine klare Antwort bekommen. Bis zum 1. März wird es keine Ausnahmeregelungen geben, einzig für Personen aus dem Gesundheitswesen und anderen systemrelevanten Berufen.“

Was mit den abgesagten Springen passiert, ist derzeit noch völlig offen. Die FIS teilte mit, man werde über etwaige Ersatzorte und -Springen informieren, so sie denn gefunden werden. Auch für den Verband ist die Absage ein harter Schlag, zumal sie genau einen Tag vor dem Ablauf der 30-Tage-Frist vor dem Beginn des Events kam. Sollte sich kein Skiflug-Veranstalter finden lassen, werden nur die beiden Einzel in Planica über den Sieger des Skiflug-Weltcups entscheiden, von denen eines das Finale der besten 30 ist. Auch das wäre ein absolutes Novum – eine Saison mit lediglich zwei Skiflug-Wettkämpfen gab es zuletzt in der Saison 2013/2014, als lediglich am Kulm geflogen und der Umbau der Schanze in Planica nicht rechtzeitig fertig wurde.

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